Schatzkiste April 2017

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Dschungel in Dominica 2017

 

Es gibt vermutlich bei uns allen ab und zu Phasen, wo wir das Gefühl haben, dass etwas/jemand Domino spielt mit uns und uns umschubst, kaum sind wir wieder aufgestanden. In solchen Zeiten neige auch ich manchmal zu Selbstmitleid.

Vor kurzem, als ich wieder einmal mittendrin steckte und alles gegen mich und meine Pläne gerichtet zu sein schien, fiel mein Blick auf das folgende Gedicht, das in unserem Boot hängt und stets mit uns reist:

 

Même si…                                                                    Auch wenn…                        (Übersetzung B.Dietler)

Même si tu sens la fatigue                                       Auch wenn du müde bist

Même si le succès t’abandonne                              Auch wenn der Erfolg dich verlässt

Même si une erreur te fait mal                                Auch wenn ein Fehler dich schmerzt

Même si une trahisons te blesse                             Auch wenn ein Verrat dich verletzt

Même si une illusion s’éteint                                    Auch wenn eine Illusion erlischt

Même si la douleur brûle tes yeux                          Auch wenn der Schmerz in deinen Augen brennt

Même si on ignore tes efforts                                 Auch wenn deine Anstrengungen ignoriert werden

Même si l’incompréhension coupe ton rire            Auch wenn Unverständnis dein Lachen erstickt

Même si tout a l’air de rien                                       Auch wenn alles nach nichts aussieht

Recommence!                                                              Beginne noch einmal!

 

Ecrit par les mères de la place de Mai,                    Geschrieben von den Müttern des “Plaza de Mayo”,

à Buenos-Aires en Argentine, qui chaque                in Buenos-Aires (Argentinien), welche sich jede

semaine se rassemblent pour exiger à savoir         Woche versammeln, um das Wissen, was aus ihren

ce que sont devenus leurs enfants.                          Kindern geworden ist, einzufordern.

 

Dieses Gedicht und der Blick auf die faszinierende Natur hier in Dominica, die uns den kraftvollen Neubeginn täglich vor Augen führt, liessen mich einmal mehr durchatmen und gaben mir die Energie, neu zu planen und den Blick wieder auf die guten Dinge zu lenken.

Ich wünsche dir, dass es dir auch in schwierigen Zeiten immer wieder gelingt, noch einmal zu beginnen, in kleinen Schritten weiter zu gehen.

Schatzkiste Mai 2017

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Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen,

durch die sie entstanden sind.

                                                                                                                       Albert Einstein

 

Bestimmt kennen Sie das auch, dass eine Arbeit dringend erledigt werden sollte, doch man kommt einfach nicht in die Gänge.

 

Vor ein paar Wochen erlebte ich das wieder einmal hautnah, als ich einen Text schreiben sollte:

Da sass ich nun also vor meinem leeren Blatt. Mein Geist verwarf jede aufkommende Idee gleich wieder. Tenor: “Es fällt mir bestimmt noch etwas Besseres ein.”

Nach einer Stunde war das Blatt noch immer leer. Ich stand auf, goss die Pflanzen, fütterte die Katze, hängte Wäsche auf - der zündende Gedanke kam nicht.

Zurück am Schreibtisch schweifte mein Blick über das Bücherregal - und blieb an einem Buchrücken hängen: “Birkenbihls Denkwerkzeuge”. Vor meinem geistigen Auge nahm die Lösung für meine Schreibblockade Form an:

Erstelle eine ABC-Liste und formuliere dann anhand derer deinen Text!

Gesagt, getan! Während drei Minuten widmete ich mich der Liste “Monatsinsel”. Danach war nur ein Buchstabe noch leer.

Nach einer Tasse Tee setzte ich mich wieder vor mein leeres Blatt und begann zu schreiben… Diesmal machte es sogar Spass! Wann immer ich ins Stocken kam, schaute ich auf die ABC-Liste.

 

Zur Veranschaulichung meine Liste:

Monatsinsel

A         aufbauend, anregend

B         bereichernd

C         Checklisten

D         didaktisch aufbereitet

E         entdecken

F         Freude

G         Genuss=spätere Ergänzung

H         hilfreich

I           interessiert

J          für jede/n

        Kompetenzen erwerben / ausbauen

L          lachen

M         Mutmacher

N         Neues

O         offen

P         Perle

Q         quer denken

R         Repertoire, Ressourcen

S         sich selber entdecken

         Taten

U         Unterrichtsmaterial

V         vielfältig, verschwiegen

W        Worte werden zu … (siehe T)

X         x-fach erprobte Methoden

Y         Yin und Yang

Z         zielgerichtet

 

Hinweis: Auf der Juni-Monatsinsel geht es um kreative Problemlösung. Eine der Methoden ist die Arbeit mit ABC-Listen. Vielleicht haben Sie ja Lust dabei zu sein?

 

Vera F. Birkenbihl war Bestseller-Autorin und Leiterin des Instituts für gehirn-gerechtes Arbeiten.

Schatzkiste November 2016

Fehler? Ja, klar!

 


Fehler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur wer nichts macht, macht keine Fehler.   

                                                                       Volksmund

 

Zum Leben, zum Lernen gehören Fehler dazu. Das wissen wir alle und würden es wahrscheinlich auch unterschreiben. Trotzdem ist unser Umgang mit Fehlern oftmals alles  andere als entspannt.

Wir im deutschsprachigen Europa leben in einer defizitorientierten Kultur. Meistens wird zuerst erwähnt, was nicht geklappt hat. Der Fokus liegt auf den Fehlern. Viele von uns beobachten das wahrscheinlich auch bei sich selber.

Wer sich darauf konzentriert, nur ja keine Fehler zu machen oder wer gar Angst vor Fehlern hat, verliert die Lockerheit und die Offenheit, die unabdingbar sind für den Erfolg. Die Fehlerquote steigt dann garantiert.

“Fehler sind oft die besten Lehrmeister” sagt der Volksmund weiter. In jedem FEHLER steckt der HELFER bereits drin. Wir müssen nur die Buchstaben umstellen. Mir persönlich gefällt dieses Bild sehr gut. Anstatt beim gemachten Fehler hängen zu bleiben und mich aufzuregen, frage ich mich: “Wie hilft mir dieser Fehler?” 

Dieser Wechsel des Blickwinkels macht, dass wir mental offen bleiben und weiterhin klar denken. So können wir unsere Energie darauf verwenden, einen neuen Weg zu beschreiten - einen, von dem wir aufgrund der veränderten Ausgangslage denken, dass er funktioniert. Das neue Resultat überprüfen wir wieder. So geht es Schritt für Schritt vorwärts. Das ist Training / Übung / Entwicklung!

In der Musik und im Sport sagt man, wer etwas fünfmal hintereinander fehlerfrei ausführen kann, kann es einigermassen. Wer etwas 1000-mal fehlerfrei ausgeführt hat, beherrscht es. Dann ist es uns in Fleisch und Blut übergegangen, um beim Volksmund zu bleiben. Dann haben wir es automatisiert und können es auch in Stresssituationen. Es passieren kaum noch Fehler.

 

Fazit:       Betrachten Sie Ihre Fehler mit einem wohlwollenden Lächeln als HELFER!

Üben Sie, denn “There is no elevator to success. You have to take the stairs.”!*

 

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Gelassenheit mit sich und Ihren Helfern.

 

* (Zitat von Wolfgang Riebe)

Schatzkiste Januar 2017

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Foto: Clarkes Courtyard, Grenada Dez.2016

Die Zeit ist für den Menschen da,

nicht der Mensch für die Zeit.

                                                    Johann Gottfried Seumen

 

Neben der Wärme, den intensiven Farben und der tropischen Fülle ist mir bei unserer Ankunft auf der Gewürzinsel Grenada Folgendes aufgefallen:

Die Uhren scheinen hier anders zu laufen. Das merkt man am Gehtempo der Menschen, aber auch daran, dass man im öffentlichen Raum keine Zeitangaben findet. Fragt man Einheimische nach der Zeit, so kann es gut sein, dass sie trotz Armbanduhr keine Antwort haben, da die Uhr nur als Schmuck dient.

Dafür schenken einem die Menschen meistens ein strahlendes Lächeln und freuen sich über jeden noch so kurzen Austausch. Das ist Wärme für die Seele und ich weiss schon jetzt, dass ich nach unserer Rückkehr mein Lächeln noch freigiebiger verschenken werde.

Hier auf der Insel sind viele Menschen zu Fuss unterwegs. In den ersten Tagen ging ich in meinem gewohnten Tempo und überholte die meisten Einheimischen. Einige fragten mich: “Are you in a hurry, Madam?” Inzwischen habe ich mein Tempo gedrosselt, nehme beim Gehen meine Umgebung mit allen Sinnen wahr und es entstehen kreative Gedanken.

So entwickelte sich auch das Gerüst für diese Schatzkiste im Gehen.

 

Was ich als wohltuende Entschleunigung wahrnehme, hat natürlich auch eine Kehrseite:

Oftmals warten wir ungeduldig auf das Erscheinen von Handwerkern, blicken auf die Uhr… Da hilft nur eines: durchatmen,abwarten, die paradiesische Umgebung geniessen und uns in Achtsamkeit üben!

 

Die frühe Dunkelheit hier (MEZ 18:30 Uhr) beendet viele Tätigkeiten draussen auf natürliche Weise. Auf dem Boot leben wir folgendes Ritual: Das Untergehen der Sonne bedeutet Arbeitsschluss. Nach der Dusche sitzen wir auf Deck, freuen uns am Erreichten, lassen das Nichterreichte los und geniessen diese magische Zeit zwischen Tag und Nacht.

Das lässt mich an unsere Vorfahren denken: Während Tausenden von Jahren sassen die Menschen abends ums Feuer, sangen, erzählten Geschichten, schauten einfach in die Flammen…. Das können wir so nicht mehr.

Mit der Möglichkeit des Lichts und des Informationszugangs jederzeit und überall, müssen wir uns ganz bewusst für die Ruhe/für das Abschalten entscheiden und dies auch verteidigen. Keine einfache Aufgabe in der Hektik des Schweizer Alltags. Fernab davon, hier auf der Insel, fällt es mir wesentlich leichter. Mein Entschluss, im Arbeitsalltag daheim ein Feierabendritual einzuführen, steht fest!

 

Für 2017 wünsche ich Ihnen Gesundheit sowie viel Freude und Mut zur Musse.

Schatzkiste Oktober 2016

Herbst ist Leben, das in die Tiefe geht.

Monika Minder

 

Herbst_Blätter

Quelle Foto: kids.t-online.de

 

Nach den langen hellen Sommerabenden und den vielen Unternehmungen draussen kommen nun deutlich spürbar die kürzeren Tage. Die Natur zeigt uns ihr „Leben in die Tiefe“ unter anderem durch die bunten Blätter, die nach und nach abfallen.

Diese Zeit weckt in mir jedes Jahr von Neuem ambivalente Gefühle. Ich traure der Wärme, der Helligkeit und dem wenig bekleideten Draussensein nach, während ich mich gleichzeitig auf die Abende vor dem Kamin mit Raclette, Fondue oder Marroni zusammen mit der Familie und/oder Freunden freue.

Leben in die Tiefe gehen lassen heisst für mich: Am Übergang der Jahreszeiten schaue ich mir diesmal bewusst meine verschiedenen Lebensbereiche an:

  • Beruf/Arbeit
  • Beziehungen
  • Gesundheit und Fitness
  • Persönliches Wachstum
  • Spiritualität

 

Für jeden einzelnen Bereich schreibe ich nun auf, was mir dabei wichtig ist.

So sehen meine aktuellen Einträge zu „Beruf/Arbeit“ und „persönliches Wachstum“ aus:

            Beruf/Arbeit:

            Es macht mir Freude und ist interessant; Unabhängigkeit, Kommunikation;

            eine Herausforderung, die sich lohnt; Weiterentwicklung

 

            Persönliches Wachstum:

            Neues lernen, reflektieren, Interesse, Kompetenz, Freude, Herausforderung

 

In einem nächsten Schritt gestalte ich für jeden Bereich eine Seite in meinem „Schatzbuch“, indem ich konkrete Situationen/Dinge notiere, bei denen ich meine Werte/Prioritäten leben kann.

Ich freue mich auf diese Zeiten mit mir und dem „in die Tiefe leben“.

 

 

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